Gesundheitsrisiko Fluglärm

Info-Veranstaltung am 22. Januar 2018
11. Januar 2018

Gesundheitsrisiko Fluglärm

Fluglärm macht krank – Wissenschaftler stellen Bürgerinnen Gesundheitsrisiken vor

Frankfurt am Main, 22. Januar 2018 – Gemeinsam mit der Stabsstelle für Fluglärmschutz hat Oberbürgermeister Peter Feldmann am heutigen Nachmittag erneut den Fokus auf die Gesundheitsrisiken von Fluglärm gelegt. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung für Frankfurterinnen und Frankfurter verdeutlichten zwei Wissenschaftler der Medizin und Umweltepidemiologie zu welchen Erkenntnissen neueste Studien gelangen.

Der Oberbürgermeister: „Gesundheit geht vor Profit, das ist und bleibt die Maxime meines Handelns. Darum ist die Einrichtung der Stabsstelle für Fluglärmschutz richtig, denn sie stellt die richtigen Fragen und ist eng vernetzt mit wissenschaftlichem Sachverstand. Auch die Politik muss endlich die richtigen Antworten geben. Es geht nicht um Lärmverlagerung und Lärmverteilung, es muss um Lärmreduzierung gehen. Und es muss ein 8stündiges Nachtflugverbot kommen.”

„Wir wissen heute, dass Gefäßschäden vor allem durch Nachtfluglärm entstehen. Dabei konnten wir feststellen, dass bereits Herzkranke noch stärker betroffen sind und durch die Freisetzung von Stresshormonen an einem höheren Blutdruck leiden”, sagte Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor der Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz und Mitglied des Expertengremiums des Oberbürgermeisters zum Thema Fluglärm.

Auch der Schweizer Umweltepidemiologe Prof. Dr. Martin Röösli kommt zu ähnlichen Ergebnissen: „Fluglärm ist verantwortlich für Erkrankungen wie Diabetes und Herzinsuffizienz. Nicht nur der Nachtlärm ist kritisch zu sehen. Die Herzinfarkt-Risikozunahme pro zehn Dezibel Fluglärm steigt um 2,7 % an. Bei der Todesursache durch Herzinsuffizienz sind es beim Fluglärm sogar 5,6 %!”

Fluglärmschutzbeauftragte und politisch Verantwortliche der Stabsstelle für Fluglärmschutz, Dr. Ursula Fechter, ist überzeugt, dass „wir heute nicht hier stehen müssten, würde sich der Wirtschaftsstandort Frankfurt auch um die Gesundheit deren Bürgerinnen und Bürger kümmern”. Was aktuell passiert, sei für die FrankfurterInnen – vor allem im Süden – nicht mehr zu ertragen. „Mehr und mehr Billigflieger verlärmen unsere Nachtrandstunden. Der Schadstoffausstoß nimmt weiter zu. Wir kämpfen weiter: Es muss endlich leiser werden!”