FAQ

Häufig gestellte Fragen und Antworten

1Warum gibt es eine Stabsstelle für Fluglärmschutz?
Die offiziell seit dem 1. Oktober 2016 gestartete Stabsstelle wurde vom Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Peter Feldmann, ins Leben gerufen, da das Thema Fluglärmschutz für die Frankfurter BürgerInnen eines der wichtigsten Belange sind. Die vergangene Kommunalwahl im Jahr 2016 hat nachdrücklich gezeigt, dass die Erwartungen der Wähler an die verantwortlichen Politiker hoch waren. Der gemeinsame Koalitionsvertrag weist nun eindeutig auf die Problematik hin und fordert eine Verbesserung der erheblichen Lärmbelastungen durch das Flugaufkommen, die hauptsächlich die Gesundheit und Lebensqualität schädigen. Nicht zuletzt gibt es in fast allen großen Flughafenstädten Deutschlands Fluglärmschutzbeauftragte oder Stabsstellen, wie beispielsweise in Hamburg, Berlin, Hannover oder München. In Frankfurt wurde das Thema Fluglärm bisher lediglich von einem Mitarbeiter bearbeitet. Die Fluglärmgegner engagieren sich seit den 1960er Jahren bis heute in Bürgerinitiativen und demonstrieren gegen die Verlärmung der Rhein-Main-Region. Ihnen soll nun nicht zuletzt durch diese Stabsstelle Gehör verschafft werden.
2Welche Aufgaben und Ziele verfolgt die Stabsstelle?
Ziel der Stabsstelle ist es, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten und übertragenen Zuständigkeiten der Stadt einen besseren Fluglärmschutz – insbesondere für die betroffenen Menschen im Frankfurter Süden – zu erreichen und allen Frankfurtern als zentrale Anlaufstelle zu dienen. Gemeinsam mit der Region wird die Stabsstelle dafür kämpfen, dass es am Frankfurter Flughafen im Vergleich zum derzeitigen Stand leiser wird und sich für die Reduzierung der Flugbewegungen in den Nachtrandstunden zwischen 22 und 23 Uhr sowie zwischen 5 und 6 Uhr einsetzen. Hier werden eigenständige Lärmmessstationen als auch ein Schadstoffmessgerät eingerichtet. Zusätzlich sollen Informationsveranstaltungen mit BürgerInnen und Experten sowie dem Oberbürgermeister stattfinden, um nicht zuletzt Kriterien für regionale Lärmobergrenzen zu erarbeiten. Zudem wird ein Bürgertelefon eingerichtet, nicht nur um BürgerInnen zu informieren sondern sich auch mit ihnen im Dialog auszutauschen. Des Weiteren wird die Stabsstelle kontinuierlich den Kontakt zu Politik, Wissenschaft und Wirtschaft suchen. Die Stabsstelle wird mit drei Stellen ausgestattet und ist im Dezernat des Oberbürgermeisters angesiedelt. Die politische Verantwortung übernimmt als Fluglärmschutzbeauftragte und ständige Vertreterin des Dezernenten die ehrenamtliche Stadträtin Dr. Ursula Fechter.
3Wie sieht die aktuelle Fluglärmsituation in Frankfurt aus?
Auch im fünften Jahr nach der Eröffnung der Nordwest-Landebahn ist durch die zusätzliche Fluglärmbelastung der Frankfurter Bevölkerung im Süden der Stadt die Lebensqualität stark eingeschränkt. Der Schallschutzbericht der Fraport AG zeigt bei einem Rückgang der Flugbewegungen um 1,5 % eine Zunahme des Fluglärms in der Nacht im Frankfurter Süden um +3 Dezibel. Die Stadt Frankfurt steht in Bezug auf die Belastung der Bevölkerung in einer doppelten Verantwortung: Zum einen muss sie als Anteilseignerin sowohl die Interessen der Fraport AG im Auge haben, zum anderen hat die Stadt vor allem auch eine Fürsorgepflicht gegenüber ihren BürgerInnen. Dies beinhaltet auch die Vermeidung von Gesundheitsgefahren. Dass jene Gefahren durch Fluglärm und Schadstoffe bestehen, steht – durch die NORAH-Studie, aber auch durch viele nationale und internationale Gutachten – fest.
4Welche Aufgabe hat dabei der Magistrat?
Der Magistrat setzt sich weiterhin in der Fluglärmkommission (FLK) und im Forum Flughafen und Region (FFR) für die Reduzierung der Fluglärmbelastung – insbesondere in der Nacht – in Frankfurt und in der Region ein. Das Umweltdezernat der Stadt Frankfurt vertritt dabei die Interessen der Stadt in den regionalen und überregionalen Gremien zur Fluglärmreduzierung.
5Was ist der Kritische Fluglärmindex (KFI)?
In Zusammenarbeit mit Horst Weise vom Deutschen Fluglärmdienst (DFLD) und Helmut Mader vom Expertengremium des Oberbürgermeisters, hat sich die Stabsstelle für Fluglärmschutz nicht zuletzt durch den Koalitionsvertrag zur Aufgabe gemacht, einen neuen Denkansatz zur Berechnung der lokalen Lärmobergrenze vorzuschlagen. Der KFI bessert die bisherigen Schwachstellen des Frankfurter Fluglärm-Index (FFI) aus: Die neue Methodik bewertet den Fluglärm schon ab 40 Dezibel, anstatt 53 Dezibel. Höchstbelastete in der Region sind mit einer entsprechend hohen mathematischen Gewichtung berücksichtigt, weniger Belastete werden jedoch nicht ausgeschlossen. Die KFI-Methodik hat so den Vorteil, dass Lärmveränderungen im Rhein-Main-Gebiet jederzeit auf die Ursachen analysiert werden können.
6Wie gelangt die Stabsstelle an unabhängige Messdaten?
Die Stabsstelle wird eigene Lärm- und Schadstoffmessgeräte erhalten. Das Problem der Ultrafeinstäube hat zugenommen, was die Notwendigkeit der Aufstellung von stationären Messstationen, sowohl für Stickoxidmessungen, als aber auch für die noch gefährlicheren Ultrafeinstäube gilt. Die Stabsstelle für Fluglärmschutz plant ein eigenes stationäres großes Schadstoffmessgerät für Ultrafeinstäube sowie weitere kleinere Messstationen für die Stadt Frankfurt.